Forschung wird in der Homöopathie seit 200 Jahren betrieben. Samuel Hahnemann war ein bekannter Arzt, Chemiker und Übersetzer medizinischer Schriften seiner Zeit. Er und viele seiner Kollegen seiner Zeit forschten schon damals an dem von ihm gefundenen Mechanismus. Moderne Forschung setzt sich einerseits aus Grundlagenforschung zum Wirkmechanismus und andererseits Erforschung homöopathischer Arzneimittel (Arzneimittelprüfung) sowie klinischer Forschung zusammen.

Kurz möchten wir auf die Studienlage zur Homöopathie eingehen: Diese ist deutlich besser als häufig kommuniziert, und es gibt klare Hinweise für eine Wirksamkeit über den Placebo-Effekt hinaus.

Das Statement des Europäischen Komitees für Homöopathie (ECH) und der Europäischen Föderation homöopathischer Patientenverbände (EFHPA) fasst die Evidenz zur Homöopathie kurz und prägnant zusammen: Homöopathie ist hilfreich, wichtige Gesundheitsprobleme in den EU-Ländern zu lösen! Hier zum Ausdruck und Weitergabe an alle Homöopathie Interessierten!

Narrativer Review

„Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik – ein Überblick“ im Oktober 2020 in konventionellem peer-reviewed Journal veröffentlicht

Dr Petra Weiermayer, Prof Michael Frass, Dr Thomas Peinbauer und Dr Liesbeth Ellinger, zwei Humanmediziner und zwei Veterinärmedizinerinnen, haben im Sinne von „One Health“ (eine Gesundheit) einen narrativen Review mit dem Titel „Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik – ein Überblick” verfasst, welcher in einem konventionellen peer-reviewed journal publiziert wurde.1

Neben der differenzierten Klarstellung der Faktenlage, die Evidenz für die Wirksamkeit der Human- und Veterinär-Homöopathie im Allgemeinen und im Speziellen bei homöopathischen Behandlungen von Infektionen zeigt, haben sie evidenzbasiert Kritik an der Vorgehensweise beim zweiten Australischen NHMRC (National Health and Medical Research Council) Report sowie beim EASAC (European Academies Science Advisory Council) Statement geübt.2, 3

Diese Arbeit dient u.a. als Fundament für eine Kooperation mit Universitäten in Österreich, Deutschland und der Schweiz hinsichtlich Forschungsprojekten zur Evaluierung des Potenzials der Homöopathie und Phytotherapie zur Antibiotikareduktion. Angesichts der Forderungen des Europäischen Grünen Deals (Farm2Fork-Strategie) und der EU-Bio-Verordnung 2018/848

  1. bis 2030 den Antibiotikaeinsatz EU-weit um 50% zu reduzieren4
  2. bis 2030 die Anzahl der Biobetriebe in der EU von 8% auf 25% zu steigern4
  3. Homöopathie und Phytotherapie in Biobetrieben bevorzugt anzuwenden bevor konventionelle Medikamente inklusive Antibiotika zum Einsatz kommen5

erscheint die Anwendung u.a. dieser komplementärmedizinischen Fachdisziplinen im Sinne der integrativen Veterinärmedizin, also konventionelle und komplementärmedizinische Therapieverfahren miteinander zu verbinden („best practices“), zukunftsweisend.

In der Schlussfolgerung des narrativen Reviews, der die Grundprinzipien der Homöopathie sowie ihre gesetzlichen und wissenschaftlichen Grundlagen erörtert und hierbei hinsichtlich externer Evidenz zur Human- und Veterinär-Homöopathie im Allgemeinen auf Studien der Evidenzstufe 1a sowie bei Fokussierung auf die externe Evidenz zur Homöopathie bei Infektionen auszugsweise auf Studien der Evidenzstufe 1a, 1b, 2c eingeht, finden die Autoren klare Worte:

„Die aktuellen nationalen Gesetze (Schweiz, Österreich, Deutschland) und die EU-Gesetzgebung gewähren Qualität und Unbedenklichkeit homöopathischer Arzneimittel sowie Sicherheit lege artis durchgeführter homöopathischer Therapien.6 – 15

Evidenz für die Wirksamkeit der Human- und Veterinär-Homöopathie im Allgemeinen und im Speziellen bei der Behandlung von Infektionen ist für weiterführende Forschungen in diesem Bereich hinreichend belegt. Fünf der sechs Metaanalysen zu verschiedenen Indikationen bis 2014 (siehe Tabelle 2) kamen zu dem Schluss, dass sich die Wirksamkeit der homöopathischen Therapie von Placebo unterscheidet.16 – 20 Nur der systematische Review mit Metaanalyse von 2005 sowie der zweite Australische NHMRC Report und das EASAC Statement, wo jeweils mehr als 90% der Studien von der Analyse ausgeschlossen wurden, zeigten keine Wirksamkeit der Homöopathie über Placebo hinaus.21, 2, 3 Ein Review von 2013 bestätigte bereits, dass mehr als 90% aller Studien ausgeschlossen werden müssen, um folgern zu können, dass Homöopathie nicht wirksam sei.22 Besonders für die individualisierte Homöopathie sind Effekte auf allen Qualitätsstufen nach Cochrane-Kriterien erkennbar, auch in den methodisch hochwertigen Studien. Offenbar nicht-wissenschaftliche Interessen führten folglich zu Fehlinformationen gegenüber der Homöopathie.23

Nebst Studien zum Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie bei Infektionen zeigen Daten aus der Versorgungsforschung, sogenannte Real World Data, das Potenzial einer signifikanten Reduktion des Antibiotikaeinsatzes durch homöopathische Behandlungen auf (siehe Tabelle 3). Nicht zuletzt aufgrund der globalen Bedrohung durch die Antibiotikaresistenzproblematik bedarf es in der Human-Homöopathie genau wie in der Veterinär-Homöopathie dringend weiterer methodisch hochwertiger Studien.

Für die Qualitätssicherung weiterer Studien ist deren Durchführung an universitären Einrichtungen eine Voraussetzung, was erst durch die Integration der Komplementärmedizin inklusive Homöopathie an den Universitäten möglich werden kann. Diese absolut notwendige Konsequenz und Forderung im Sinne der Patienten, wird durch die amerikanische Consensus Guideline zu universitärer Fortbildung in Integrativer Veterinärmedizin bereits geltend gemacht und ist in der Schweiz gemäß Medizinalberufegesetz für Unterricht und Forschung an der Universität gesetzlich verankert. 24, 25“1

Der Volltext des narrativen Reviews inklusive der 3 Tabellen kann hier nachgelesen werden.

Referenzen
Konkrete Beispiele von qualitativ hochwertigen Studien

Die therapeutische Wirksamkeit der Homöopathie in Abrede zu stellen und wissenschaftliche Fehlinformationen zu lancieren, obwohl die hierzu publizierte Evidenz für eine Wirksamkeit spricht, kann als Ausdruck einer Ignoranz oder einer bewussten Stimmungsmache gegen die Homöopathie angesehen werden.

Hier noch einige interessante Links zum Thema Studien in der Homöopathie:

Einen Überblick über moderne Forschung bietet die Homepage des Forschungsinstituts HRI aus Großbritannien. Die FAQs sind auch auf Deutsch zugänglich! Aktuelle Infos über Forschung in der Veterinärmedizin ist auf der Homepage der IAVH (International association for veterinary homeopathy), unserer internationalen Partnerorganisation, in Englisch und Deutsch zu finden.

Aktuellste Zusammenfassung der homöopathischen Studienlage.

Recherchieren Sie in unseren Datenbanken nach Fachliteratur für den gesamten Bereich der Komplementärmedizin sowie experimentellen und klinischen Studien in der Homöopathie | HomVetCR database.

GIRI, Groupe International de Recherche sur l’Infinitésimal (International Research Group on High dilutions and very low dose effects)

FiBL, Forschungsinstitut für biologischen Landbau > Forschung > Tiergesundheit > Potenzierte Substanzen

Dr. Jens Behnke von der Carstens-Stiftung fasst in diesem 15 Minuten Video den Stand der Forschung in der Homöopathie zusammen – hier ist komprimiert sehr viel Interessantes enthalten

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Stellungnahme der IAVH an den Herausgeber der Zeitschrift „Veterinary Record“ betreffend den Artikel „Comparative effectiveness of individualised homeopathy and antibiotics in the treatment of bovine clinical mastitis: randomised controlled trial“ publiziert von Keller, D., Sundrum, A. im Jänner 2018

Um hochqualitative Studien in der veterinärmedizinischen Homöopathie planen und durchführen zu können, bedarf es Anleitung und Unterstützung durch Experten in Sachen Forschung in der Homöopathie sowie entsprechend ausgebildeter und erfahrener homöopathisch arbeitender Tierärzte. Das Homeopathy Research Institut (HRI) stellt ein wissenschaftliches Komitee namhafter und erfahrener Wissenschaftler, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, um irrelevante/unnötige Studien zu vermeiden und folglich den Tieren, die im Rahmen der Studien behandelt werden, die bestmögliche Therapie zukommen zu lassen, um so allen ethischen Anforderungen zu genügen und Forschungsgelder der EU, wie diese Studie sie erhalten hat, nachhaltig einzusetzen.

Deutsche Stellungnahme der IAVH

“Comparative effectiveness of individualised homeopathy and antibiotics in the treatment of bovine clinical mastitis: randomised controlled trial” KELLER, D., SUNDRUM, A. 2018

Hier findet man eine Zusammenfassung zur aktuellen Forschungssituation in der veterinärmedizinischen Homöopathie mit speziellem Fokus auf die Antibiotikaresistenzproblematik. Diese umfangreiche wissenschaftliche Übersichtsarbeit wurde von der Officers der IAVH erstellt: http://www.iavh.org/warum-homoeopathie/antimicrobial-resistance/

Aktuelle Stellungnahme der IAVH zu den negativen und größtenteils inhaltlich falschen Artikeln über Homöopathie in der sonst renommierten Zeitschrift Vet Record

Kontakt

Dr. Erich Scherr, Präsident ÖGVH – Österreichische Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie, ÖGVH
Tel +43 664 444 26 49

Dr. Petra Weiermayer, General Secretary – International Association for Veterinary Homeopathy, IAVH
petra.weiermayer@gmx.at
Tel +43 664 861 89 64

HRI – Konferenz 2017, Malta

Neben einem Überblick über den aktuellen Forschungsstand, war ein Highlight die Präsentation des Films „Just one drop“! Er zeigt 2 sehr spannende Fälle (MRSA-Infektion und  Autismus), die durch Homöopathie geheilt wurden, die Geschichte der Homöopathie am Beispiel der Behandlung der Scharlach-Epidemie. Last but not least wird die Re-Analyse der australischen Metastudie gezeigt und genau dokumentiert, wie die Studie manipuliert wurde, um den positiven Outcome ins Gegenteil zu verkehren.

Hier der Bericht von Dr. Petra Weiermayer
www.justonedropfilm.com

DynHom-Projekt

Bei dem 2.DynHOM Colloquium am 13. Mai diesen Jahres in Belgien wurden einige bahnbrechende Ergebnisse dieser Forschungsgruppe präsentiert. Dank hochmoderner biomolekularer Methoden konnte bewiesen werden, dass homöopathische Arzneien die Genexpression verändern. Auch konnten Unterschiede in der Herstellung der verschiedenen Potenzen bewiesen werden. Die Proceedings des Colloquium.

Es ist nicht einfach, facts und alternative facts auseinanderzuhalten. Die folgende Zusammenfassung erklärt das “Kleingedruckte” der australischen Studie, welche Homöopathie fälschlicherweise nur als Placebomedizin bezeichnet.

Hier der Bericht zu den Hintergründen!

Wölk, Melanie: Eminenz oder Evidenz

Die Homöopathie auf dem Prüfstand der Evidence based Medicine. Masterarbeit zur Erlangung des akademischen Abschlusses Master of Science im Universitätslehrgang Natural Medicine. Donau-Universität Krems, Department für Gesundheitswissenschaften und Biomedizin. Krems, Mai 2016.

Die Wiener Ärztin Dr. Melanie Wölk hat mit ihrer Masterarbeit die entscheidende Frage untersucht, ob die Homöopathie den Regeln der Evidence based Medicine (EbM) entspricht, oder ob tradiertes Erfahrungswissen, die Eminenz, vor der wissenschaftlichen Evidenz steht. Um die Beweisbarkeit und Wissenschaftlichkeit der Homöopathie einer Revision zu unterziehen, hat die Schulmedizinerin die Homöopathie auf den Prüfstand der EbM gestellt.

Genauere Infos finden Sie in der Rezension von Dr. Friedrich Dellmour.

In ORF Science wurde der neueste retrospektive Überblick über veterinärmedizinische Studien (IMPRO-Projekt) erläutert.

http://science.orf.at/stories/2814193/

Hier eine Ergänzung der ÖGVH und IAVH zur aktuellen Studienlage mit Links zu Studien im Anhang:

Nachweis der Wirksamkeit von Homöopathie bei Tieren

In der biologischen Landwirtschaft wird der Einsatz homöopathischer Arzneien in Europa explizit empfohlen: Sie sollen gegenüber der konventionellen Medizin bevorzugt werden, heißt es in entsprechenden EU-Bio-Verordnungen der Europäischen Kommission. Während Landwirte tagtäglich Erfolge mit der Homöopathie erfahren, suchen die Skeptiker nach wissenschaftlichen Beweisen. Vor diesem kontroversiellen HintergrundIHin haben die Österreichische Gesellschaft für Veterinärmedizinische Homöopathie (ÖGVH) und die International Association for Veterinary Homeopathy (IAVH) den Review von Döhring und Sundrum, erschienen im Dezember 2016 im Veterinary Record (1), im Sinne einer objektiven Berichterstattung kommentiert.

Wissenschaftliche Studien und nicht zuletzt auch eine Metaanalyse kontrollierter randomisierter Studien liefern – wenn auch limitiert – Evidenz für die Wirksamkeit der Veterinärhomöopathie gegenüber Placebo (4, 6, 11). Weitere Studien hoher Qualität sind – wie in vielen Bereichen der Medizin – gefordert.

Darüber hinaus wurde auch die Wirkungsweise der Homöopathie in einigen Studien untersucht (2, 8, 9, 13, 14). Eine fundierte Zusammenfassung ist in einem 2016 erschienenen YouTube Video von Bell zu sehen (3).

In einer randomisierten, placebokontrollierten, doppelblinden Studie (4) zur homöopathischen Behandlung von durch das Bakterium Escherichia coli (E. coli) hervorgerufenem Durchfall bei Ferkeln konnte bereits 2010 gezeigt werden, dass in der homöopathisch behandelten Gruppe signifikant weniger Ferkel an durch E. coli bedingtem Durchfall erkrankten. Zudem war der Schweregrad der Erkrankung geringer und der Durchfall, sofern er auftrat, von kürzerer Dauer. Die Studie wurde von Döhring und Sundrum sowie von Mathie und Clausen als hochqualitativ eingestuft. Die Wiederholbarkeit dieser Studie wird aktuell in anderen Studienzentren geprüft.

Gerade hinsichtlich der Aktualität der Antibiotika-Resistenzproblematik (AMR, antimicrobial resistance) bei Mensch und Tier ist zu erwähnen, dass in den zuletzt veröffentlichten Dokumenten zum AMR-Aktionsplan der EU-Kommission CAM (Komplementär-/Alternativmedizin) – wie z.B. Homöopathie – als potentieller Lösungsansatz genannt und die Forderung nach weiterer Forschung in diesem Bereich ausgesprochen wird. In einem Annex zum RAND-Survey zur Antibiotikaresistenz, eingereicht vom Europäischen Komitee für Homöopathie, sind zahlreiche homöopathische Studien an Mensch und Tier gelistet und beschrieben.

Der Anästhesist und Intensivmediziner Prof. Robert Hahn, Forschungsleiter im schwedischen Södertälje Hospital, Linköping University, hat in seiner Metaanalyse aus 2013 Folgendes klargelegt (7): Um nachweisen zu können, dass die Homöopathie bei Menschen keine Wirksamkeit zeige, müssten über 90 Prozent der verfügbaren klinischen Studien ausgeschlossen oder wissenschaftlich nicht haltbare statistische Methoden angewendet werden. Ein anderer interessanter Vergleich: Ein Cochrane Review, der 1.016 systematische Reviews zu konventionellen Therapien untersuchte, kam zu folgendem Ergebnis (5): nur 44 Prozent waren positiv, sieben Prozent negativ und für 49 Prozent konnte weder Nutzen noch Schaden der konventionellen Therapie gezeigt werden.

Hinsichtlich des von Döhring und Sundrum durchgeführten aktuell publizierten Reviews (1) sind laut IAVH und ÖGVH kritische Punkte anzumerken. Beispielsweise wurde lediglich in 13 von 48 Studien die homöopathische Therapie von einem Tierarzt mit fundierter homöopathischer Ausbildung durchgeführt bzw. die homöopathische Arznei von einem ebensolchen ausgewählt. Die korrekte Auswahl der Arznei bedingt jedoch die Wirksamkeit der homöopathischen Therapie. Während der Review von Döhring und Sundrum (1) wertvolle Erkenntnis zur Homöopathie bei Infektionskrankheiten bei landwirtschaftlichen Nutztieren im Allgemeinen bietet, erscheint basierend auf den Resultaten des Reviews die Schlussfolgerung der Autoren „…die Anwendung der Homöopathie als Alternative zum Antibiotikaeinsatz kann derzeit nicht empfohlen werden…“ nicht zulässig, da keine neuen Erkenntnisse im Vergleich zur vorhandenen Literatur (10-12) erhoben wurden und sich lediglich die Notwendigkeit weiterer hochqualitativer Studien ableiten lässt. Dabei gilt es, gleich wie in der Therapie mit Antibiotika, gerade in der Nutztierpraxis immer, die externen Faktoren zu berücksichtigen. Nicht zuletzt muss erwähnt werden, dass die Erlangung einer finanziellen Unterstützung zur Durchführung einer unabhängigen Studie eine große Herausforderung sowohl in der konventionellen Medizin als auch in der Homöopathie darstellt.

Internationale Initiativen für Homöopathie

Vom 17. bis 19. November 2016 fand in Wien der erste europäische Homöopathiekongress mit 480 Teilnehmern aus weit über 30 verschiedenen Ländern statt. Die Veranstaltung wurde von Tierärzten (International Association for Veterinary Homeopathy, IAVH), Humanmedizinern und Pharmazeuten (European Committee for Homeopathy, ECH) sowie Patientenvertretern (European Federation of Homeopathic Patient’s Associations, EFPHA) gemeinsam organisiert. Konventionelle Medizin und Homöopathie in gegenseitiger Ergänzung als Zukunft der medizinischen Betreuung von Mensch und Tier fanden im Kongressprogramm ihren Wiederhall. Highlights waren u.a. Themen wie State-of-the-art in der Behandlung von Krebspatienten und von orthopädischen und internistischen Notfällen bei Pferden, human- und veterinärhomöopathische Studien, klassisch homöopathische Behandlung von Mensch und Tier in der Praxis sowie eine politische und pharmazeutische Diskussion. Im Anschluss an die Pressekonferenz waren positive Artikel in Kurier (15) und Standard (16) zu lesen.

Zurzeit zählt die IAVH 745 aktive Mitglieder und bietet die Ausbildungsmöglichkeit des IAVH-Zertifikats. Die Österreichische Gesellschaft der Veterinärmedizinischen Homöopathie (ÖGVH) umfasst 114 Mitglieder. Eine fundierte Ausbildung wird durch den von der österreichischen Tierärztekammer anerkannten Fachtierarzt für Homöopathie sowie das Diplom der Europäischen Akademie für Veterinärhomöopathie (EAVH) gesichert. Als Grundsatz gilt dabei, dass konventionelle Medizin und Homöopathie immer einander ergänzend zum Wohle des Patienten eingesetzt werden. Mit dieser Ansichtsweise werden auch die Forderungen der WHO-Strategie für Alternativmedizin 2014-2023 erfüllt, die CAM (Komplementär-/Alternativmedizin) ins Gesundheitssystem zu integrieren.

Abschließend sei Dr. Alojz Peterle, Mitglied des europäischen Parlaments, aus seiner Videomessage, die er für die politische Diskussion am ersten europäischen Homöopathiekongress in Wien zu Verfügung stellte, zitiert: „Für mich steht die Homöopathie für einen ganzheitlichen, kostensparenden und sicheren Weg, um Erkrankungen zu behandeln und zu vermeiden. Wir sind mit einer steigenden Anzahl an gesundheitlichen Problemen konfrontiert: eine immer älter werdende Population, steigende Zahlen an Krebserkrankungen, Diabetes oder Herzerkrankungen…und die Antibiotikaresistenzproblematik. … Die Europäische Bevölkerung schätzt die Vorteile der Homöopathie und ihren ganzheitlichen Zugang. … Aus diesen Gründen muss ein Weg gefunden werden, die Homöopathie in die Gesundheitssysteme Europas aufzunehmen. … Die Zeit ist reif, die Homöopathie als Innovation und Wertschöpfung für die europäische Bevölkerung und die Tiere ernstzunehmen.“

Schlussfolgerung

  • Der Review von Döhring und Sundrum (1) zur Wirksamkeit der Homöopathie bei landwirtschaftlichen Nutztieren publiziert im Veterinary Record ergibt keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich Evidenz in der Homöopathie.
  • Die Ergebnisse des Reviews von Döhring und Sundrum (1) entsprechen jenen des hochqualitativen Reviews von Mathie und Clausen, der 2014 ebenfalls im Veterinary Record publiziert wurde (10). Mathie und Clausen formulierten die Notwendigkeit weiterer hochqualitativer Studien, um eine Schlussfolgerung ziehen und etwaige klinische Empfehlungen aussprechen zu können. Die Notwendigkeit weiterer Forschung wurde in einem anderen hochqualitativen Review von Mathie und Clausen (12) bestätigt.
  • Die Metaanalyse von Mathie und Clausen (11) zeigte, wenn auch limitiert, Evidenz für die Wirksamkeit der Veterinärhomöopathie gegenüber Placebo. Diese Evidenz wurde als robust gegenüber Sensitivitätstests nachgewiesen. So zum Beispiel war der positive Trend unabhängig von der Qualität der Studien festzustellen.
  • Die Evidenz der Veterinärhomöopathie umfasst lediglich wenige Studien, die jedoch ein weites Feld von Anwendungsgebieten und verschiedene Spezies umfassen. An der Wiederholung von positiven Studien wird aktuell gearbeitet.
  • Die positiven Studien, die Wirksamkeit der Homöopathie bei Tieren ergaben, zeigen eine potentiell bedeutende Rolle der Veterinärhomöopathie in der Nutztierpraxis auf, wie die Möglichkeit des alternativen Einsatzes der Homöopathie anstelle von Antibiotika zur Behandlung von durch das Bakterium Escherichia coli hervorgerufenem Durchfall bei Ferkeln (4).
  • Gerade hinsichtlich der Aktualität der Antibiotika-Resistenzproblematik bei Mensch und Tier ist die Förderung hochqualitativer Studien in der Veterinärhomöopathie, die als potentieller Lösungsansatz hierfür angesehen wird, absolut notwendig.

Referenzen

  1. Doehring C, Sundrum A. Efficacy of homeopathy in livestock according to peer-reviewed publications from 1981 to 2014, Veterinary Record; 179: 628.
  2. Bell IR et al (2013). Testing the nanoparticle-allostatic cross-adaptation-sensitization model for homeopathic remedy effects. Homeopathy; 102: 66-81.
  3. Bell IR. (2016)
  4. Camerlink I et al. (2010). Homeopathy as replacement to antibiotics in the case of Escherichia coli diarrhoea in neonatal piglets. Homeopathy; 99: 57-62.
  5. El Dib RP, Atallah AN, Andriolo RB (2007). Mapping the Cochrane evidence for decision making in healthcare. Journal of Evaluation in Clinical Practice; 13: 689-692.
  6. Epstein 2014 .PDF
  7. Hahn RG. (2013). Homeopathy: meta-analyses of pooled clinical data. Forsch Komplementmed; 20: 376-81. Epub 2013 Oct 17.
  8. Khuda-Bukhsh AR et al. (2011). Modulation of Signal Proteins: A Plausible Mechanism to Explain How a Potentized Drug Secale Cor 30C Diluted beyond Avogadro’s Limit Combats Skin Papilloma in Mice. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine; Article ID 286320, 12 pages, 2011. doi:10.1093/ecam/nep084
  9. Marzotto M, Bonafini C, Olioso D, Baruzzi A, Bettinetti L, Di Leva F, et al. (2016) Arnica montana Stimulates Extracellular Matrix Gene Expression in a Macrophage Cell Line Differentiated to Wound-Healing Phenotype. PLoS ONE 11(11): e0166340. doi:10.1371/journal.pone.0166340
  10. Mathie RT, Clausen J (2014). Veterinary homeopathy: systematic review of medical conditions studied by randomised placebo-controlled trials. Veterinary Record; 175: 373-381.
  11. Mathie RT, Clausen J (2015). Veterinary homeopathy: meta-analysis of randomised placebo-controlled trials. Homeopathy; 104: 3-8.
  12. Mathie RT, Clausen J (2015). Veterinary homeopathy: systematic review of medical conditions studied by randomised trials controlled by other than placebo. BMC Vet Res; 11: 236.
  13. Montagnier L et al. (2009). Electromagnetic signals are produced by aqueous nanostructures derived from bacterial DNA sequences. Interdiscip Sci; 1: 81-90. Epub 2009 Mar 4.
  14. Witt CM et al. (2007). The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies-a systematic review of the literature. Complement Ther Med; 15: 128-38. Epub 2007 Mar 28.
  15. http://mobil.derstandard.at/2000047663681/Homoeopath-Leibarzt-der-Queen-am-Kongress-in-Wien
  16. https://m.kurier.at/wellness/sogar-die-queen-verwendet-homoeopathische-globuli/231.045.247
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