Dringender Aufruf zu Leserbriefen

Dezember 4, 2018
ÖGVH

Liebe Patientenbesitzer/Innen, liebe Kolleg/Innen,

Die Medien sind derzeit voll mit Angriffen auf die Homöopathie: Zuerst wurde das Homöopathie-Wahlfach an der Meduni Wien, das zu den beliebtesten Wahlfächern zählte, ohne nachvollziehbaren Grund mitten im Semester ersatzlos gestrichen, dann forderte die Patientenanwältin Dr. phil. Pilz ein Verkaufsverbot für homöopathische Arzneien (hier nachzuhören). Das „Profil“ versucht in seiner neuesten Ausgabe sogar das „Ende der Homöopathie“ herbeizuschreiben. Wir möchten in diesem Newsletter zu den unberechtigten Vorwürfen Stellung nehmen.

Homöopathie-Bashing:
Als homöopathisch tätige Tierärzte und Ärzte erscheinen uns die Argumente, die von Homöopathie-Gegnern seit Jahren vorgebracht werden, als befremdlich, da wir tagtäglich an unseren Patienten die Fortschritte sehen, die eine homöopathische Behandlung mit sich bringen kann, wenn sie korrekt durchgeführt wird. Hier einige typische Aussagen:

„Es gibt keine Studien, die eine Wirksamkeit der Homöopathie belegen.“
Das Gegenteil ist der Fall: Zusammenfassungen und Auswertungen (=“Metaanalysen“) der aus statistischer Sicht höchstwertigen (also den höchsten schulmedizinischen Standards genügenden) Studien über individualisierte Homöopathie sowohl bei Menschen [1] als auch bei Tieren [2] kommen zu dem Ergebnis, dass Homöopathie besser wirkt als Placebo.

2013 hat Prof. Robert Hahn [3], ein weltweit angesehener schwedischer Anästhesist und Wissenschaftler, der keinerlei Bezug zur Homöopathie hat und deshalb als objektiv einzuschätzen ist, die Studienlage in der Homöopathie untersucht. Seine Schlussfolgerung: „Um den Schluss ziehen zu können, dass Homöopathie einer klinischen Wirkung entbehrt, müssten 90% der klinischen Studien außer Acht gelassen werden. Alternativ müssten fehlerhafte statistische Methoden angewandt werden.“

„Das Konzept der Homöopathie ist an Absurdität nicht zu überbieten.“ (Originalton Dr. Pilz)

Was hier mit „Absurdität“ gemeint ist, ist die Tatsache, dass homöopathische Arzneien bei ihrer Herstellung so oft verdünnt und verschüttelt werden, dass rechnerisch kein Molekül der Ausgangssubstanz mehr enthalten ist. Und hier liegt der große Knackpunkt, was die Akzeptanz durch die Wissenschaft betrifft: Dass so sehr verdünnte Substanzen noch eine Wirkung haben sollen, erscheint für den heutigen wissenschaftlichen Mainstream unplausibel. Und tatsächlich kennen wir den genauen Wirkmechanismus nicht, doch sehen wir sowohl in der täglichen Praxis mit unseren Patienten als auch in zahlreichen Grundlagenstudien – z.B. die Wirkung von homöopathischen Arzneien auf Wasserlinsen [4] und Kaulquappen [5] – dass diese hoch potenzierten Arzneien sehr spezifische Effekte zeigen. Wissenschaft sollte sich durch Neugier und Forschergeist auszeichnen und solche unerklärlichen Phänomene untersuchen, anstatt sie zu bekämpfen und ins Lächerliche zu ziehen – gemäß Christian Morgensterns Zitat „Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.“. Wenn die Wissenschaft auch früher immer nur das akzeptiert hätte, was mit dem bisherigen Kenntnisstand gut vereinbar ist, würden wir uns noch immer auf einer Erd-Scheibe wähnen, die Relativitätstheorie wäre nie aufgestellt worden etc.
Deshalb wird derzeit auch eine Petition ins Leben gerufen, die die Beforschung der Homöopathie an Universitäten sowie eine Wiedereinführung des Homöopathie-Unterrichts an der Med-Uni Wien fordert.

Das wichtigste Grundprinzip der Homöopathie „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ ist ein Naturphänomen, das schon von Aristoteles und Paracelsus beschrieben wurde. Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie war lediglich der erste, der daraus ein Therapiekonzept erstellte.
So kann man zB in der Homöopathie Patienten erfolgreich mit Belladonna behandeln, die aufgrund eines fieberhaften Infektes einen roten, heißen Kopf, dabei kalte Hände und Füße, pochenden Kopfschmerz, Schweißausbrüchen und Durst auf kalte Getränke haben (wobei man selbstverständlich, egal ob Homöopath oder Schulmediziner, bei obigem Beispiel ein wachsames Auge auf eventuelle Anzeichen einer Gehirnhautentzündung haben und deshalb mit den Eltern/Betreuungspersonen engmaschig in Kontakt bleiben muss), weil man weiß, dass jemand, der Tollkirschen (lat.: Atropa Belladonna) gegessen hat, oft unter genau diesen Vergiftungssymptomen zu leiden hat.

„Homöopathen verabsäumen lebenswichtige Therapie-Maßnahmen!“
Wir haben als Tierärzte und Ärzte die gleiche Ausbildung absolviert wie alle anderen Tierärzte und Ärzte auch und sind uns natürlich ständig unserer ärztlichen Verantwortung bewusst. In diesem Sinne greifen wir – wenn erforderlich – sehr wohl auf schulmedizinische Maßnahmen (Antibiotika, Operationen, Chemotherapie etc.) zurück.

Was wurde gegen die Angriffe unternommen?
Presseaussendung durch die Homöopathie-Gesellschaften (ÄKH, ÖGHM, ÖGVH, SIH)
Zusammenstellung und Veröffentlichung der Homöopathie-Fakten auf den Websites der Homöopathie-Gesellschaften: http://www.oegvh.at/wp-content/uploads/2018/11/Fakten-zur-Hom%C3%B6opathie.pdf
Gespräche mit der Tierärztekammer / Ärztekammer / Apothekerkammer
In Arbeit: Brief an den Rektor der MedUni Wien und eine öffentliche Petition mit dem Ziel, die Homöopathie wieder universitär zu unterrichten und zu beforschen.
Eine Auflistung aller Auftritte finden Sie hier: http://www.homoeopathie.at/kategorie/news/

Doch leider finden diese Maßnahmen – wohl aufgrund der starken medialen „Anti-Homöopathie-Stimmung“ – bisher kaum Eingang in die Medien. Hauptverantwortlich für diese negative Stimmung ist die so genannten „gwup“ (Gesellschaft für die wissenschaftliche Untersuchung von Parawissenschaften).

Positive Entwicklungen im deutschsprachigen Raum
An der neuen medizinischen Fakultät der Johannes Kepler-Universität Linz findet im Jänner das erste Wahlfach „Komplementärmedizin“ statt, das große Nachfrage bei den Studenten hervorgerufen hat und in dem die Homöopathie als eine von 12 komplementärmedizinischen Methoden vorgestellt wird.
In Österreich gibt es gut 1000 Tierärzte und Ärzte mit Fachtierarzt für Homöopathie/EAVH-Diplom/ homöopathischer Zusatzausbildung; 62% der Österreicher/Innen haben im Jahr 2017 ein homöopathisches Arzneimittel verwendet [6]. In diesem Licht ist auch die Presse-Aussendung des österreichischen Patientenvereins „Homöopathie hilft“ mit dem Titel „Wessen Interessen vertreten Sie eigentlich, Frau Dr. phil. Pilz?“ vom 28.11.18 zu sehen [7]
In der Schweiz wird die homöopathische Behandlung vollständig vom öffentlichen Gesundheitssystem übernommen, dies nach wissenschaftlicher Evaluation im Rahmen der PEK-Studie inklusive eines HTA-Berichts [8].
In Deutschland ist die Homöopathie in das öffentliche Gesundheitssystem inkludiert, das heißt, dass über 100 Versicherungen für mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung homöopathische Behandlungen als medizinische Grundleistung erstatten.
Was können Sie tun, um uns zu unterstützen?

Schreiben Sie eigene Erfahrungen mit der Homöopathie als Leserbrief an die Medien! Je mehr Leserbriefe eingehen, desto besser! Hier die Emailadressen einiger Medien:
redaktion@profil.at (Profil)
debatten@derStandard.at (Standard)
leser@kronenzeitung.at (KronenZeitung)
leserforum@sn.at (Salzburger Nachrichten)
leserbriefe@diepresse.com (Presse)
leserbriefe@nachrichten.at (OÖ Nachrichten)
leser@kurier.at (Kurier)
Alternativ können Sie natürlich auch an eine regionale Zeitung schreiben.
Posten Sie in Medien bei Artikeln, die Ihrer eigenen Meinung oder Erfahrung widersprechen!
Haben Sie persönliche Kontakte zu Journalisten oder sonstige Ideen? Wir freuen uns über jede Möglichkeit, die Homöopathie in einem positiven Licht präsentieren zu können. (Kontakt: Dr. Petra Weiermayer petra.weiermayer@outlook.com)!

Wir wünschen Ihnen trotz allem eine schöne Adventszeit, geruhsame Feiertage und ein gesundes, glückliches Neues Jahr!

Ihr ÖGVH-Team

[1] MATHIE, R.T., LLOYD, S.M., LEGG, L.A., CLAUSEN, J., MOSS, S., DAVIDSON, J.R.T., FORD, I. Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis. Systematic Reviews 2014;3:142
[2] MATHIE, R. T., CLAUSEN, J. Veterinary homeopathy: meta-analysis of randomised placebo-controlled trials. Homeopathy 2015;104: 3-8
[3] HAHN, R.G. Homeopathy: Meta-Analysis of Pooled Clinical Data. Forsch Komplement 2013; 20:376-381.
[4] https://www.homoeopathie-online.info/wasserlinsen-experimente-zeigen-spezifische-effekte-von-hochverduennten-homoeopathika-interview-mit-dem-physiker-dr-stephan-baumgartner/#more-3284
https://www.homoeopathie-online.info/teil-2-des-interviews-mit-physiker-dr-stephan-baumgartner-wasserlinsen-experimente-zeigen-spezifische-effekte-von-hochverduennten-homoeopathika/
https://www.homoeopathie-online.info/teil-3-des-interviews-mit-physiker-dr-stephan-baumgartner-wasserlinsen-experimente-zeigen-spezifische-effekte-von-hochverduennten-homoeopathika/
[5]https://www.researchgate.net/publication/5863254_Treatment_of_Lowland_Frogs_From_the_Spawn_Stage_with_Homeopathically_Prepared_Thyroxin_10_-30
[6] https://www.peithner.at/homoepathie-beliebt-gfk/
[7] https://homoeopathiehilft.at/show_content2.php?s2id=264
[8] Bornhöft G., Matthiessen P.F. (Hrsg.): Homöopathie in der Krankenversorgung – Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Ein HTA-Bericht zur Homöopathie im Rahmen des Programms Evaluation Komplementärmedizin in der Schweiz. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt 2006. 343 Seiten, ISBN 978-3-88864-419-1

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