Aktuelle Stellungnahme zu Artikel in „The Telegraph“ vom 24. 06. 2016

Juli 11, 2016

Nach einem homöopathiekritischen Artikel in einer englischen Zeitung sah sich die britische Gesellschaft für Veterinärhomöopathie gezwungen eine Stellungnahme abzugeben.

Stellungnahme der Homöopathischen Fakultät (UK) in Erwiderung zur derzeitigen öffentlichen Darstellung im Zusammenhang mit der Petition gegen Tierhomöopathie in England:

Die komplette Grundlage dieser Petition/Kampagne basiert auf der einfachen Fehleinschätzung, dass homöopathische Arzneimittel „einfach Wasser“ sind. Das ist einfach nicht wahr. Eine weltweite Initiative von über 100 Wissenschaftlern aus einer Vielzahl von Gebieten (die Arbeitsgruppe „Recherche sur linfinitessimal“ (GIRI) hat über dreißig Jahre Verdünnungen erforscht, die man als „ultra-Verdünnungen“ bezeichnet. Sie haben unwiderlegbare Beweise für ihre Bioaktivität gefunden. In PubMed alleine findet man über 100 Artikel. Erst kürzlich haben Wissenschaftler die Existenz von Nano-Teilchen in solchen Verdünnungen bewiesen.

Die Grundlage einer solchen Kampagne ist deshalb aus wissenschaftlicher Sicht unhaltbar.

Das Prinzip der Hormese (die paradoxen, dosisabhängigen Kurven, die biologische Systeme zeigen) ist ein Weg den homöopathischen Effekt zu beschreiben, ausgehend von „Ähnliches heilt Ähnliches“.
Dieses Phänomen wird in der herkömmlichen Pharmakologie anerkannt und kann auch in der konventionellen Medizin beobachtet werden.
Davon ausgehend ist es Unsinn zu behaupten, dass die Unwirksamkeit der Homöopathie bewiesen wurde.
Es gibt eine Unmenge von Artikeln, die den Nutzen der Homöopathie zeigen, bei Menschen und Tieren. Darunter ist auch ein klinisches Audit, das im Veterinary Record veröffentlicht wurde und die 2014 im wissenschaftlich anerkannten Journal „Systematic Review“ veröffentlichte Meta-Analyse zur Homöopathie, die einen signifikanten Effekt der Homöopathie gegenüber Placebo beschreibt.

Dazu kommt, dass der von der Gegenseite zitierte Beweis gegen die Homöopathie deutliche Lücken hat, wie zum Beispiel die negativen Schlussfolgerungen der Beweisführung aus dem Unterhaus (House of Commons) von 2010 – diese wurde diskreditiert, da nur drei Abgeordnete für den Bericht stimmten, von denen zwei bei der Vorstellung gar nicht anwesend waren. Deswegen unterschrieben 70 Abgeordnete eine „Early Day Motion“ und kritisierten das Vorgehen. In anbetracht dessen wurde der Antrag abgelehnt.

Im Gegensatz dazu führte die schweizer Regierung 2011 eine Studie über Homöopathie durch und kam zu dem Ergebnis, dass sie wirksam ist. Deshalb wurde ein Gesetz verabschiedet, nach dem Homöopathie in das öffentliche Gesundsheitswesen aufgenommen wurde. Homöopathie wurde auch rechtlicher Schutz von der EU gewährt.

Viele tierärztliche Organisationen erkennen den Nutzen der Homöopathie an. Zum Beispiel: In ihrem Schlußreport zur Antibiotika-Resistenzproblematik schreibt die FEEVA (European Federation of Equine Veterinary Associations): Bei der Behandlung von kranken Pferden sollte sich die Forschung bezüglich des Ersatzes von Antibiotika vor allem auf Gebiete konzentrieren, bei denen es bereits wissenschaftlichen Beweis für deren Wirksamkeit gibt, im Einzelnen:
Probiotika
Akupunktur
Homöopathie
Impfstoffe
Oder andere evidenzbasierte Methoden.

Es ist eindeutig, dass diese Kampagne weder rational, noch professionell ist. Sie zielt darauf ab, eine Behandlungsmöglichkeit aus der tierärztlichen Praxis zu entfernen, die den Patienten Erleichterung verschafft wo andere Therapien sich als unwirksam erweisen. Ohne Homöopathie würden tausende von Tieren in Großbritannien leiden oder zu früh sterben. Die Unterstützer diese Kampagne verbreiten Fehlinformationen, allein um ihre persönliche Agenda voranzutreiben. Es ist an der Zeit, dass das gestoppt wird!

Orgninalartikel in „The Telegraph“  http://www.telegraph.co.uk/science/2016/06/24/homeopathy-can-kill-pets-and-should-be-banned-say-vets/

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